Concurrent Training – Kraft- und Ausdauertraining richtig kombinieren

Veröffentlicht am 17. August 2018
Patrick Berndt über Concurrent Training bei diesjährigen Aufstiegskongress Patrick Berndt über Concurrent Training beim diesjährigen Aufstiegskongress

Aufgrund der Problematik, dass sich die Anpassungsreaktionen dieser beiden Trainingsformen negativ beeinflussen können, hat das Concurrent Training jedoch zumindest zeitweise einen schlechten Ruf bekommen. Dabei kann Concurrent Training unter gewissen Umständen sogar sehr sinnvoll sein.

Bei der praktischen Umsetzung von Concurrent Training sollte z. B. prinzipiell darauf geachtet werden, dass das Krafttraining vor dem Ausdauertraining absolviert wird, um negative Wechselwirkungen der beiden Trainingsformen auf die Krafttrainingsanpassungen zu minimieren (Murlasits, Kneffel & Thalib, 2017). Die Anpassungen der Ausdauerleistungsfähigkeit bleiben von dieser Vorgehensweise ebenfalls weitestgehend unbeeinträchtigt. Da bei Trainingseinsteigern weniger spezifische Belastungsreize erforderlich sind, um Trainingsanpassungen hervorzurufen, ist Concurrent Training unter anderem für diese Zielgruppe von besonderem Interesse. In einer Untersuchung von McCarthy, Pozniak & Agre (2002) wurden nach einem 10-wöchigen Concurrent Training vergleichbare Effekte beobachtet, wie bei einem Krafttraining ohne anschließendes Ausdauertraining. Für gesundheitsorientiert Trainierende und Trainingseinsteiger macht Concurrent Training dabei auch von einem zeitökonomischen Standpunkt betrachtet Sinn. Bei fortgeschrittenen Sportlern mit dem Trainingsziel der gleichzeitigen Leistungsoptimierung in beiden Bewegungsformen, sollte die Ausführung von Kraft- und Ausdauertraining in der gleichen Trainingseinheit oder am gleichen Tag jedoch vermieden werden. Ist keine Verteilung der Trainingseinheiten auf verschiedene Tage, möglich, sollten mindestens 6h Regenerationszeit zwischen den Einheiten eingeplant werden, um die Wechselwirkungen der beiden Trainingsformen auf ihre Trainingseffekte zu minimieren (Robineau, Babault, Piscione, Lacome & Bigard, 2016). Ist jedoch auch das nicht möglich, wäre eine Alternative, das Ausdauertraining auf dem Fahrradergometer nach einer Krafttrainingseinheit für den Oberkörper einzuplanen. Werden nämlich beim Krafttraining andere Muskelgruppen trainiert als durch die nachfolgende Ausdauertrainingseinheit beansprucht werden, so sind nur geringe Hemmungen der Trainingseffekte zu erwarten (Tomiya, Kikuchi & Nakazato, 2017).

Mehr über Concurrent Training auf dem Aufstiegskongress erfahren

Am zweiten Tag des Aufstiegskongresses, dem Fachkongress der Fitness- und Gesundheitsbranche, wird es im Fach-Forum Training ebenfalls um das Thema Concurrent Training gehen. Der Sportwissenschaftler und Dozent an der Deutschen Hochschule/BSA-Akademie, Patrick Berndt, wird dabei aufzeigen, welche Auswirkungen die Trainingserfahrung auf die Gestaltung von Concurrent Training hat, welche Auswirkungen die Art des primären Ziels auf die Gestaltung von Concurrent Training hat, welche Handlungsempfehlungen für die praktische Umsetzung bei unterschiedlichen Zielgruppen abgeleitet werden können.

Mehr Infos zum Vortrag