Wissenschaftskongress: Themen – Referenten

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Moderation

Prof. Dr. Christoph Eifler
Prorektor für Forschung, Fachbereichsleiter Trainings- und Bewegungswissenschaft der DHfPG

Kurzbeschreibung
Prof. Dr. Christoph Eifler studierte Sportwissenschaften an der Universität des Saarlandes im Fachbereich Präventions- und Rehabilitationssport. Bis 2002 war er als Clubmanager für die TC Training Center Holding tätig. Zudem konnte er als Personal Trainer und Athletiktrainer für verschiedene Sportler und Sportarten umfangreiche Erfahrungen sammeln. Seit 2002 ist Prof. Dr. Christoph Eifler für die DHfPG/BSA-Akademie als Autor, Tutor und Dozent sowie als Leiter von Forschungsprojekten im Bereich der angewandten Trainingswissenschaft tätig. Er leitet den Fachbereich Trainings- und Bewegungswissenschaft der DHfPG sowie den Fachbereich Fitnesstraining der BSA-Akademie. Bei der DHfPG erfüllt er zudem das Amt des Prorektors für Forschung.


>> 14.30 Uhr - 14.40 Uhr:

Eröffnung des Vorkongresses


>> 14.40 Uhr - 15.10 Uhr:

Länger gesund und jung durch Sport – Was sagt die Wissenschaft? – Effekte unterschiedlicher Trainingsformen auf ausgewählte Gesundheitsparameter und die Zellalterung

Referent:
Prof. Dr. Arne Morsch
Fachbereichsleiter Gesundheitswissenschaft/Gesundheitsförderung DHfPG und BSA-Akademie

Kurzbeschreibung:
Es ist wissenschaftlich gut nachgewiesen, dass regelmäßige körperliche Aktivität Risikofaktoren für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen positiv beeinflusst und die Sterblichkeit aufgrund dieser Erkrankungen reduziert. Entsprechende Erkenntnisse stammen allerdings meist aus Beobachtungsstudien. Randomisierte kontrollierte Interventionsstudien, die die Vergleichbarkeit von Interventions- und Kontrollgruppe sicherstellen, finden sich hingegen selten. Somit ist die grundsätzliche Wirksamkeit körperlicher Aktivität zwar epidemiologisch belegt, aber weder die genaue Dosierung noch das Ausmaß gesundheitlicher Effekte bei unterschiedlichen Belastungsformen sind ausreichend untersucht.
Wenn es um die Vorbeugung von Erkrankungen geht, wird einem präventiven Ausdauer- und Krafttraining eine besondere Bedeutung beigemessen. Da dies in unterschiedlichen Formen, Intensitäten und Umfängen erfolgen kann, wurde im Rahmen einer kontrollierten Trainingsstudie, der sogenannten SAusE-Studie (Saarländische Ausdauer-Etappe), die präventiven Effekte eines Ausdauertrainings nach der Dauer- und der Intervallmethode sowie eines Kraftausdauertrainings untersucht. Es wurde der Frage nachgegangen, welche spezifischen Gesundheitseffekte sich bei den unterschiedlichen Trainingsformen erzielen lassen und ob sich hieraus auch Erklärungsansätze für den lebensverlängernden Effekt durch körperliche Aktivität ableiten lassen. Hierzu liefert der Vortrag die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse.


>> 15.10 Uhr - 15.45 Uhr:

Der Schlüssel zum Muskelwachstum Muskelphysiologische Betrachtungsweisen, Synergien und deren Implikationen für das Krafttraining im Alltag

Referent:
Dr. sc. ETH David Aguayo
Sportwissenschaftler, Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung Kieser Training

Kurzbeschreibung:
Aktuelle Untersuchungen halten fest, dass längere summierte Spannungsdauern bis zur willkürlichen Erschöpfung mit länger anhaltenden akuten Steigerungen von Muskelaufbauraten assoziiert sind und entsprechend anaboler wirken als kurze Spannungsdauern. Basierend auf integrativen als auch interdisziplinären Betrachtungen der experimentellen Daten von Humanexperimenten kann man ableiten, wie groß Spannungsdauern sein sollten. Welche Spannungsdauer ist damit aber tatsächlich gemeint? Unterscheiden sich bei genauerem Hinsehen Trainingssysteme überhaupt? In diesem Vortrag soll die Brücke zur Praxis geschlagen werden über die Rekrutierungsfaktoren „Ermüdung“, „Kraft“ und „Schnelligkeit der Kraftentwicklung“ für die Hypertrophie. Erfahren Sie hier, wie sich die stimulatorischen Spannungsdauern für verschiedene Trainingsformen auf das Hypertrophiepotenzial der Skelettmuskulatur auswirken und wie in Zukunft eventuell durch Digitalisierung unterstützende Maßnahmen zur Trainingssteuerung eingesetzt werden können.


>> 15.45 Uhr - 16.20 Uhr:

EMS-Training für Menschen mit Krebs: Potenziale und Risiken – Eine Übersicht über die Studienlage zu Elektromyostimulationstraining mit onkologischen Patienten

Referent:
Prof. Dr. Friederike Rosenberger
DHfPG und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

Kurzbeschreibung:
Bei der Elektromyostimulation (EMS) werden durch elektrische Impulse, die über Hautelektroden oder spezielle Funktionswäsche auf Muskeln bzw. Muskelgruppen appliziert werden, Kontraktionen erzeugt. Diese unwillkürlichen Muskelkontraktionen setzen einen Trainingsreiz, der unter anderem zu mehr Kraft und Ausdauer führt. EMS wird bei bestimmten Patientenpopulationen und in der Fitnessbranche eingesetzt. In der Onkologie ist der Einsatz von EMS jedoch bislang nicht etabliert, obwohl Krebsbetroffene häufig an Kraft- und Ausdauerverlusten leiden. Ein Grund hierfür scheinen fehlende Daten zur Sicherheit und zu den Effekten von EMS bei onkologischen Patienten zu sein. Inzwischen liegen jedoch erste Studien vor und es ist Ziel dieser Übersicht, die Datenlage zu EMS in der Onkologie zusammenzufassen. Bislang existieren eine Übersichtsarbeit und mehre Originalarbeiten unterschiedlicher Qualität (von Case Reports bis zu randomisierten kontrollierten Studien). Als Zielsetzungen der Studien lassen sich Nachweise der Machbarkeit, allgemeine Steigerungen der Muskelkraft oder Lebensqualität sowie Reduktionen spezieller Beschwerden wie Lymphödem, Schluckstörungen oder Stuhlinkontinenz unterscheiden. Entsprechend heterogen sind die Patientenkollektive und EMS-Interventionen. Meta-analytisch zeigten sich im Vergleich zu Kontrollgruppen ohne Intervention nicht signifikante positive Effekte von EMS auf die Kraft und signifikante positive Effekte von EMS auf die Lebensqualität (O’Connor et al. 2018). Die Sicherheit wurde nur in wenigen Studien adressiert, welche außer Hautirritationen und leichten muskulären Beschwerden keine unerwünschten Ereignisse berichten. Insgesamt scheint EMS bei onkologischen Patienten sicher zu sein und sich positiv auf die Lebensqualität auswirken – allerdings ist die Evidenz hierfür angesichts der noch immer unzureichenden Datenlage schwach.


>> 16.20 Uhr - 16.50 Uhr:

Pause


>> 16.50 Uhr - 17.25 Uhr:

Schnell im Kopf: Exekutive Funktionen diagnostizieren und trainieren Ergebnisse aus Forschungsarbeiten von Studierenden der DHfPG zu Diagnostik und Training der exekutiven Funktionen

Referent:
Prof. Dr. Jan Mayer
Professor für Sportpsychologie an der DHfPG Saarbrücken und an der Universität des Saarlandes

Kurzbeschreibung:
Im modernen (Leistungs-)Sport bestimmt die Geschwindigkeit, mit der eine Handlung vollzogen wird, maßgeblich über Sieg oder Niederlage. Diese ist neben physiologisch bedingter Schnelligkeit vor allem von kognitiven Prozessen abhängig. In der aktuellen Forschung rücken die sogenannten exekutiven Funktionen als einflussnehmende Größe immer mehr in den Fokus der Kognitionsforschung. In Abgrenzung zu intuitiven und automatisierten Verarbeitungsprozessen dienen sie zur zielorientierten Handlungsplanung und -steuerung in komplexen Situationen, wie sie vor allem in Teamsportarten gehäuft vorkommen. Erste Studien deuten darauf hin, dass exekutive Funktionen eine große Rolle bei der Ausprägung von Talent und dessen Entwicklung einnehmen. Prof. Dr. Jan Mayer setzt als Sportpsychologe die Diagnostik und das Training exekutiver Funktionen seit Jahren erfolgreich bei Leistungssportlern ein. Anhand exemplarisch vorgestellter Forschungsarbeiten von Studierenden der DHfPG soll ein Überblick über Möglichkeiten der Diagnostik (Faupl, 2018) und des Trainings (Isenberg, 2017) sowie über den aktuellen Wissensstand dieser höheren kognitiven Fähigkeiten gegeben werden.


>> 17.25 Uhr - 17.55 Uhr:

Ganzkörper-EMS-Training im Nachwuchsleistungsfußball – Auswirkungen eines Ganzkörper-EMS-Trainings auf sportartspezifische Leistungsparameter im Nachwuchsleistungsfußball

Referent:
Joshua Berger
M. Sc. Sportwissenschaft, wissenschaftlicher Mitarbeiter Sportwissenschaften TU Kaiserslautern

Kurzbeschreibung:
Ganzkörper-EMS-Training (GK-EMS-Training) gilt bereits in vielen Bereichen als effektives, evidenzbasiertes Training. Auch bei Hochleistungsathleten wird es verwendet, um gezielt die Leistung weiter zu steigern und in der Trainingsgestaltung neue Impulse zu setzen. Im Nachwuchsleistungsfußball zählt in der heutigen Zeit vor allem die Effizienz, sowohl in der inhaltlichen Trainingsgestaltung als auch in Bezug auf das Zeitmanagement der Athleten. Da das GK-EMS-Training als hocheffektives, zeitextensives Training gilt, wäre es von überaus großem Vorteil, Leistungssteigerungen bzw. den Leistungserhalt während der Saison durch ein zeitextensives EMS- Training zu gestalten. Der Vortrag von Joshua Berger befasst sich mit genau diesem Themenbereich und gibt Einblicke in die Trainingsgestaltung, Effektivität sowie Anwendbarkeit eines EMS-Trainings im Nachwuchsleistungsfußball. Nach einem mehrwöchigen GK-EMS-Training wird hier die Effektivität mit einem ähnlich gestalteten konventionellen Athletiktraining verglichen sowie die Anwendbarkeit anhand physiologischer Parameter überprüft. In diesem Vortrag stehen hauptsächlich sportartspezifische Leistungsparameter wie Sprint-, Sprung- und fußballspezifische Kraftleistungen sowie der Vergleich des EMS-Trainings zum konventionellen Athletiktraining im Fokus.


>> 17.55 Uhr - 18.00 Uhr:

Verabschiedung


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